Die Biene
Im Sommer lebt in jedem unserer Kästen ein Bienenvolk mit je bis zu 70.000 Bienen. Davon sind der größte Anteil Arbeiterinnen - die wie die Benennung vielleicht vermuten lässt - ihr gesamtes Leben arbeiten, einige hundert Drohnen, die als Hauptaufgabe die Begattung junger Königinnen haben, sowie schließlich eine einzige Königin. Diese legt pro Tag bis zu 2000 Eier. Aus jedem befruchteten, normalen Ei schlüpft nach drei Tagen eine kleine Made, die nach fünf Tagen verpuppt wird und nach nochmal acht Tagen, also insgesamt 21 Tagen eine Arbeitsbiene schlüpft. Sollte die Königin ein unbefruchtetes Ei legen, schlüpft daraus nach gleicher Entwicklung nach 23 Tagen ein Drohn. Die Königin entscheidet rein anhand der Größe der Zelle in welche sie das Ei legt, ob sie befruchtete Keimzellen, oder unbefruchtete als Ei in diese Zelle legt.
Anhand dieses enormen Populationswachstums kann man sich vorstellen, dass innerhalb kürzester Zeit der Platz in einem Bienenstock sehr knapp wird. Durch die große Bienenmasse fällt es der einzelnen Biene schwerer, die Königin in regelmäßigen Abständen zu besuchen und abzulecken. Dieses Verhalten ist eminent wichtig, denn durch das Ablecken nimmt die Arbeiterin Pheromone, d.h. Duftstoffe auf, die der Arbeiterin vermitteln: Hier ist alles in Ordnung; wir sind gut versorgt, unsere Königin ist suffizient. Denn je mehr Eier die Königin legt, desto mehr Pheromon exprimiert, bzw. produziert sie. Angenommen, die Königin wird alt und legt weniger Eier, der Platz zum Eier legen geht aus, weil alles voll mit Honig belegt ist oder die Bienenmasse ist zu groß, ist die einzelne Arbeiterin Pheromonunterversorgt.
Diese Unterversorgung spielt bei der Arbeiterin ein Genprogramm ab, was sie dazu bringt, Weiselnäpfchen anzulegen. Weiselnäpfchen sind Erdnussförmige Gebilde, in welchen junge Königinnen heranwachsen. Die unterversorgten Arbeiterinnen zwingen nun ihre Königin, Eier in die Weiselnäpfchen zu legen. Auch hier schlüpft nach drei Tagen eine Made, die speziell mit Gelee Royale gefüttert wird, diese wird nach wieder acht Tagen verpuppt und schlüpft nach 16 Tagen als Jungkönigin.
Kurz vor dem Schlupf macht sich die neue Herrscherin bemerkbar durch auch von außen deutlich vernehmbares Tuten. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit für die alte Königin, den Bienenstock zu verlassen. Sie schwärmt aus. Mit sich nimmt sie ca. die Hälfte der Bienen, sowie einige Kilo Honig. Auch einige Bienen der umliegenden Stöcke folgen ihr auf Reisen. Die alte Königin macht hier Platz für die neue und hängt sich mit ihrem Gefolge für die Übergangszeit von ein bis zwei Tagen an einen Baum.
Die Arbeiterinnen aus diesem Schwarm suchen nun die Umgebung nach einer neuen Behausung ab. In der Natur wäre dies ein hohler Baum, in Zeiten der steten Urbanisierung und der damit verbundenen Baumpflege muss als Alternative jeder mögliche Hohlraum, der sich so findet herhalten. So ziehen die Bienen in einen leeren Schrank ein, in Dunstabzugshauben, in Zwischenwänden von Gebäuden, Vogelnistkästen, leere Blumentöpfe, und viele weitere. Um den Bienen wieder ein artgerechtes und wohl behütetes Zuhause in liebevoller Pflege unserer Imker zu bieten, bitten wir Sie, uns anzurufen, sollten Sie so einen Bienenschwarm sehen, oder sollte er sich sogar bei Ihnen niedergelassen haben. Bitte haben Sie keine Angst, die Bienen in einem Schwarm sind unglaublich friedlich, sie wissen ganz genau, dass sie absolut vulnerabel sind und sich keinen Ärger erlauben können. Sie erreichen uns jederzeit unter der 01758711352. Wir haben ein weitreichendes Imker-Netzwerk, in welchem wir im gesamten Münchner Stadtgebiet und den meisten umliegenden Landkreisen einen Imker in kürzester Zeit zu Ihnen schicken können, um die Bienen einzufangen.